
Wer über seinen Glauben spricht
Wer sich in unserer Zeit öffentlich zu den Grundwerten des christlichen Glaubens bekennt, hat es nicht leicht. Medien haben dafür überhaupt kein Verständnis. Sie haben kein Problem damit, wenn jemand Buddhist oder Moslem ist. Doch wenn sich Menschen öffentlich für den christlichen Glauben einsetzen, bekommen sie Schwierigkeiten. Die meisten europäischen Journalisten ordnen gelebten christlichen Glauben sogar als „rechtsextrem“ oder „radikal“ ein. Wer sich z. B. als Frau in seiner Ehe um ihre Kinder selbst kümmert, ist den heutigen Medien bereits suspekt. Da nützt es auch nichts, dass es das Beste für das Kind ist, wenn es von seiner eigenen Mutter betreut und umsorgt wird, während der Vater sie möglichst dabei unterstützt. In der Welt der Medien gilt bereits das als „frauenfeindlich“, weil hinter jeder Form von gelebtem christlichen Glauben eine Ideologie gesehen wird, die es zu bekämpfen gilt. Viele im Bereich der Medien haben sich von den Prinzipien des christlichen Glaubens bereits so weit entfernt, dass sie darin sogar eine Gefahr sehen, vor der es gilt arglose Kinder und Jugendliche zu schützen. Wahrscheinlich denken sie, diese Kinder könnten „indoktriniert“ werden, wenn sie anfangen, die Bibel zu lesen oder sich für eine christliche Gemeinde zu interessieren.
Eine Journalistin schrieb kürzlich, dass sie bei einer Veranstaltung der evangelikalen Bewegung in den USA niemanden gefunden hätte, der bereit war, mit ihr zu sprechen. Dabei war es so, dass ihr niemand die Antworten gab, die sie hören wollte. Stattdessen forderten diese Christen sie auf, umzukehren und sich ernsthaft mit dem Glauben an Jesus auseinanderzusetzen. Das war natürlich keine Antwort, die sie hören wollte. Medien haben oft auch keine Skrupel ihre Version einer Aussage aus dem Kontext zu reißen oder sogar „ein bisschen“ anzupassen, damit sie in ihr Bild passt. Ein deutscher Journalist meinte erst kürzlich, dass es doch legitim sei, auch nur einen halben Satz einer Aussage zu benutzen, später allerdings entschuldigte er sich dafür, als er zur Kenntnis nehmen musste, dass es so wohl nicht geht.
Ein ganzes Buch zum Thema
Beat Föllmi, ein Schweizer Theologe, Kirchenmusiker und Buchautor, untersuchte im Jahr 2023 in seinem Buch „Kruzifix und Geisterbeschwörung: Religion in deutschen Vorabendkrimis“, wie Christen in deutschsprachigen Krimiserien dargestellt werden. Dafür wertete er ganze 900 Krimisendungen des deutschen Fernsehens aus. Ergebnis: Nur in einem einzigen der Krimis wird der Glaube als nicht problematisch dargestellt. In allen anderen werden christliche Protagonisten negativ präsentiert.
Dazu sagte der Autor Beat Föllmi: Der christlich-religiöse Mensch wird in unseren Gesellschaften fast immer als Außenseiter hingestellt, wenn er nicht sogar lächerlich gemacht wird oder als Mörder dasteht. Als Buchautor hat Beat Föllmi bei seiner Arbeit nicht einen einzigen Krimi gefunden, in dem der christliche Glaube als ein ganz normaler Bestandteil des Lebens gezeigt wird. Damit wird dem Publikum suggeriert, dass „normale“ Menschen ihren Glauben überhaupt nicht praktizieren. Wenn sie es dennoch tun, wird es „gefährlich“.
Wie ist es wirklich?
Sana Ebrahimi, eine aus dem Iran stammende Frau, die inzwischen in den USA lebt, wurde sehr streng muslimisch erzogen, hat sich inzwischen aber vom Islam abgewandt und wird deswegen von Muslimen auch angegriffen. Sie sagt: „Ich bin als Muslima in einem muslimischen Land aufgewachsen. Ich weiß zu wenig über das Christentum, dass ich unterscheiden könnte, ob das, was ich beobachtet habe, seine Wurzeln in der Kultur oder in echtem Glauben hat. Was mir aber stark aufgefallen ist, dass in der gesamten Trauerveranstaltung für Charlie Kirk, obwohl es um Tod und Sterben ging und das schon von Natur aus eine traurige Sache ist, ein Geist vorherrschte, der das Leben gefeiert und gewürdigt hat. Mich hat das tief getroffen. Im Islam ist es so, dass (...) die ganze Beziehung zu Gott von Furcht bestimmt ist. Beerdigungen sind hier von Niedergeschlagenheit und Traurigkeit bestimmt. Oft gibt es schreckenerregende Warnungen vor der ersten Nacht im Grab. Damit bin ich aufgewachsen und sehe hier, wie die Menschen das Leben feiern, von Gottes Liebe sprechen und sich an jemanden erinnern, indem sie seinen guten Einfluss auf andere hervorheben. Ich fühlte mich ermutigt, erfrischt, so positiv. (...) Wenn es das ist, worum es im Christentum geht, dann beneide ich jeden, der diese Erfahrungen machen kann.“
Als Christen dürfen wir uns jedoch trotz zunehmender Diskriminierung in den Ländern Europas nicht von Hass anstecken lassen. Wohl aber sollten wir uns immer wieder klar zu unserem Glauben bekennen. Schließlich glauben wir an den Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, und an Jesus Christus, seinen Sohn, der sich uns als der Herr des Lebens präsentierte. Dazu können wir stehen, wenn wir es in Liebe, Freundlichkeit und Geduld anderen weitersagen, und zwar unabhängig davon, was uns heute von allen Seiten eingeredet wird.
