
Schöne neue Welt
Christen haben neueste Erfindungen zu allen Zeiten genutzt und waren diesen gegenüber auch aufgeschlossen. Denken wir nur an die Erfindung des Buchdrucks, der durch die Bibelübersetzungen eines Martin Luther maßgeblich dazu beigetragen hat, die Botschaft von Jesus Christus weltweit zu verbreiten. Was damals der Buchdruck war, wurde später das Radio oder das Internet. Dagegen ist das, was sich in unserer Zeit an technischen Erfindungen ankündigt, oftmals beängstigend. Die Zukunft dieser „schönen neuen Welt“, wie der Philosoph Aldous Huxley (1894-1963) sie in seinem Buch nannte, wirkt bedrohlich. Das betrifft vor allem die Entwicklung im Bereich Künstlicher Intelligenz, Gentechnik, Computerchips im menschlichen Gehirn oder virtuelle Realitäten und Leben im „Metaversum“*. Selbst führende Wissenschaftler warnen heute bereits davor. Weil sie wissen, welche Gefahren damit verbunden sind. Diese Warnungen beschränken sich oft nicht auf einzelne Technologien, sondern gelten allgemein. Mit Künstlicher Intelligenz, die inzwischen schon in so vielen Bereichen unserer Gesellschaft Anwendung findet, wird es in wenigen Jahren Maschinen geben, die möglicherweise von keinem Menschen mehr kontrolliert werden können.
Die Zeit, in der wir leben, ist in vieler Hinsicht mit der Zeit zu vergleichen, als Erfindungen wie das Rad, die Druckerpresse, der Verbrennungsmotor oder der Computer die Menschen überrollten. Technik ist im Grunde weder gut noch böse. Doch genau das könnte sich jetzt ändern. Bisher waren technologische Erfindungen oft große Hilfen für den Menschen. Doch während wir noch dabei sind, nach einem Weg zu suchen, wie wir mit diesen neuen Technologien, der „schönen neuen Welt“, umgehen sollen, stehen wir bereits vor der nächsten großen Umwälzung, die vor allem in unserem Arbeitsumfeld vielleicht schon wieder alles komplett verändert. Und es geht immer schneller. Menschen, die an Gott glauben, sollten jedoch nie vergessen, dass Zeiten der Stille vor Gott und das Gebet von nichts und niemandem ersetzt werden können. Denn das ist es, was wir brauchen und genau das kann uns keine noch so interessante Technologie ersetzen.
* Metaversum ist ein virtueller Raum, der die reale und die virtuelle Welt verbindet, in dem Nutzer als sog. „Avatare“ interagieren.
Gott hilft dem, der sich helfen lässt und im Gebet bei ihm bleibt
Wer sich die verschiedenen Denkmodelle und Erfindungen des Menschen in der Vergangenheit ansieht, wird sich vielleicht fragen, warum viele richtige Beobachtungen und Entdeckungen so oft in absurden Theorien und menschenverachtendem Aktionismus enden. Beispiele dafür gibt es genug. Vom Kommunismus bis zum Säkularismus, vom Faschismus bis zum Atheismus. Ein besonders interessantes Beispiel ist der Feminismus, dessen ursprüngliches Ziel es war, gegen die Benachteiligung von Frauen zu kämpfen. Doch was ist daraus geworden? Diese Bewegung hat zu Auswirkungen geführt, die man inzwischen oft nur noch als absurd bezeichnen kann. Da wird das Geschlecht eines Menschen zur Nebensache erklärt. Mann und Frau sind gleich, heißt es, Unterschiede entspringen nur unserem Denken. Dabei lehrt uns die Wissenschaft dass wir in jeder einzelnen Zelle unseres Körpers weiblich oder männlich sind und dass wir deshalb gut daran tun, diese Unterschiedlichkeit auch in der medizinischen Forschung mehr als bisher zu berücksichtigen. Es gibt noch viele weitere Absurditäten. Wenn z. B. nicht-heterosexuelle Aktivisten in den Nahen Osten schippern, um für die Gründung eines palästinensischen Staates einzutreten, obwohl alle führenden palästinensischen Gruppierungen deutlich sagen, dass sie homosexuelle Menschen nicht dulden oder sogar mit dem Tod bestrafen. Viele palästinensische Homosexuelle fliehen gerade deshalb nach Israel, wo sie Schutz finden.
Warum erwähnen wir das?
Weil es so wichtig ist, dass wir verstehen, wie sehr wir Gottes Hilfe und das Wort der Bibel brauchen, um Entwicklungen und verführerische Denkmodelle zu durchschauen, bevor wir uns selbst hoffnungslos darin verstricken. Das allerdings geht nur, wenn wir regelmäßig die Stille vor Gott, unserem Schöpfer, suchen, mit ihm über diese Dinge sprechen und uns von ihm auch korrigieren lassen.
Als in der Zeit der Französischen Revolution um „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ gekämpft wurde, sahen sehr viele nicht voraus, dass gerade diese Zeit eines Tages als Zeit der grausamsten Morde in die Geschichte eingehen wird, der sogar die Anführer der Revolution selbst zum Opfer fielen. An all diesen Beispielen erkennen wir, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben und ein solides Fundament zu besitzen, um solche Entwicklungen möglichst früh zu durchschauen. Die Geschichte kennt leider sehr viele solche Beispiele.
Was sagt uns die Bibel?
Die Bibel sagt uns nicht nur, was gut und richtig ist, sie sagt uns auch, dass die Ursache für all diese Irrtümer darin liegt, dass der Mensch mit seinen guten Ideen und seiner Weisheit sehr leicht in Dummheit und Absurditäten endet, wenn Gott sich nicht dahinter stellt. Der Apostel Paulus spricht darüber im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth. Hier heißt es: „Denn Gott hat gesagt: ‚Ich werde vernichten die Weisheit der Weisen und verwerfen die Klugheit der Klugen.‘ (...) Hat Gott nicht gerade das als Dummheit entlarvt, was diese Welt für Weisheit hält?“ (1. Korinther 1,19-20).
Ideen, die vielleicht gut und durchaus nachvollziehbar beginnen, enden später oft in der totalen Verirrung. Es reicht, dass Gott Menschen „dahingibt“, wie es in der Bibel heißt, „weil sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen“ (vgl. Römer 1,28). Dahinter steht letztlich ein großes Geheimnis, das sich durch die Geschichte des Menschen hindurch nachweisen lässt. Warum bewährt sich das eine, während das andere in den Untergang führt? Warum erwiesen sich verschiedene Initiativen zur Zeit der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert das eine Mal als richtig und zukunftsweisend, während sie in anderen Fällen in den Abgrund führten?
Auch hierzu finden wir die Antwort in der Bibel. Wer dieses Wort für „nichts“ achtet oder es sogar verdreht und missbraucht, wird von Gott „dahingegeben“. Da nützt es auch nichts, wenn verirrte Ideen anschließend durch neue, bessere ersetzt werden, um weiter ohne Gott zu handeln. Der einzige Weg aus diesem Dilemma, das sich durch die gesamte Geschichte des Menschen zieht, ist der, dass wir Gottes Liebe erkennen, sein Wesen und seinen Willen lernen zu verstehen und mit der Bitte um Gnade und Hilfe zu ihm kommen. Das können und sollten wir tun, auch in unserem ganz persönlichen Leben, damit sich alles zum Besseren wenden kann.
